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Okt
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Shopping-App als Marketing-Kanal

Im Oktober dieses Jahres veröffentlichte das Unternehmen Teradata eine Studie zur Nutzung von Shopping-Apps deutscher Online-Händler. Teradata ist ein weltweit agierendes Unternehmen, welches auf die Sammlung von Daten zur Optimierung von Firmen spezialisiert ist. Die vorliegende Studie setzt sich primär aus Statistiken zusammen, gibt aber auch Vorschläge zur Verbesserung der eigenen Shopping-App in insgesamt 16 ausgewerteten Merkmalen mit einer jeweiligen Einschätzung von deren Wichtigkeit.

Die gesammelten Daten basieren auf Tests der 50 größten deutschen eCommerce-Unternehmen, wobei nur 35 von ihnen eine Shopping-App anbieten. Dass die Spezialisierung auf Apps ein wachsender Markt ist, zeigt nicht nur die zunehmende Anzahl von Nutzern mobiler Endgeräte, sondern auch die Studie von Teradata selbst. Demnach konnten 2014 durch Spezialisierung auf Mobilgeräte Gewinnsteigerungen von 80 % generiert werden. Ein rentabler Markt also, der zunehmende Beachtung verdient. Deshalb hat sich Spreepixel mit der Studie beschäftigt und liefert euch in drei wesentlichen Schwerpunkten zusammengefasst die wichtigsten Zahlen und hilfreichsten Tipps zum Thema Shopping-App.

Auswertung von Kundenaktivitäten

Der Studie zufolge nutzen 94 % der getesteten Shopping-Apps eine Login-Funktion. Diese ist teilweise verpflichtend, kommt aber auch freiwillig zum Einsatz. Es ist streitbar, welche dieser beiden Varianten für den Kunden besser ist. Aus Sicht des Händlers ist der Fall allerdings klar: Nicht nur sorgt ein verpflichtender Login für mehr Sicherheit, auch das Sammeln von Daten kann dank Shopping-App mit Login zuverlässiger erfolgen. So können getätigte Einkäufe und Suchvorgänge im Shop einem Kundenprofil zugeordnet werden und bilden dadurch die Grundlage für die Personalisierung des Angebots. Es gilt hier also dasselbe wie bei unseren Onlineshop-Ideen: Datenerhebung und Auswertung bieten die empirische Grundlage zu anschließenden Verbesserungsmaßnahmen.

Zu diesem Punkt gehört auch die Erfragung einiger demografischer Daten wie zum Beispiel Alter und Geschlecht. Ein dadurch segmentierter Kundenkreis dient der Optimierung des Produktsortiments oder der Abstimmung eventueller Marketing-Kampagnen. Eine wichtige Chance das Angebot für den User attraktiver zu gestalten, was aber von keiner Shopping-App der Studie genutzt wird. Übrigens ebenso wie die Erfragung der E-Mail-Adresse – eine weitere Möglichkeit zum Ausbau der eigenen Marketing-Aktivität.

Personalisierung des Angebots

Wie bereits erwähnt, dient die Auswertung von Kundenaktivitäten der anschließenden Abstimmung des eigenen Online-Angebots. Dies geschieht wesentlich unter dem Stichwort der Personalisierung, hinter dem – bei einer Shopping-App wie auch auf der Homepage – ein einfacher Gedanke steckt: Der Kunde fühlt sich einfach wohler, wenn er merkt, dass es speziell um ihn geht und er sich direkt angesprochen fühlt. Ein sehr einfaches Mittel ist hierbei beispielsweise die Begrüßung mit Namen.

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Ein weiterführender Schritt kann die dementsprechende Individualisierung der Startseite der Shopping-App sein. Hier sollten auf den Nutzer abgestimmte Produkte das Interesse wecken. Dem Käufer eines Staubsaugers können beispielsweise zielgerichtet passende Staubsaugerbeutel angeboten werden. Dies kürzt für den Besucher des Shops die Such-Wege ab und sorgt bestenfalls für eine höhere Conversion Rate beim Händler. Auch hier stellt Teradata erhebliches Verbesserungspotenzial fest, da auch keine Shopping-App der Studie auf personalisierte Startseiten setzt.

Etwas besser sieht die Statistik bei der Erfassung des Standorts des Users aus. Immerhin 29 % der Online-Händler machen davon Gebrauch und können ihr Angebot dementsprechend darauf ausrichten. Besonders nützlich ist diese Information für Unternehmen mit zusätzlichem Ladengeschäft. Filialen in der Nähe können dann in der Shopping-App nämlich als nächste Anlaufstelle empfohlen werden, um auch dort das Geschäft anzukurbeln.

Nutzung von Push-Mails

Ein besonders großer Raum wird den Push-Mails in der Studie eingeräumt. Als Push-Medien im Allgemeinen werden in der Marketing-Sprache Medien bezeichnet, die nur in eine Richtung wirken, nämlich vom Sender zum Empfänger bzw. Kunden. Dies ist der Gegensatz zu Pull-Medien, bei denen der Kunde den Ausschlag zum Kontakt gibt, zum Beispiel durch das Suchen eines Produktes bei einem Onlinehändler.

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In einer Shopping-App genutzte Push-Mails haben zudem noch ein weiteres Charakteristikum: Die App informiert den Nutzer, wenn die Nachricht im Postfach des Kunden eingeht. Dadurch bekommt die versandte Nachricht mehr Beachtung, da nicht erst auf das eigenständige Öffnen des E-Mail-Postfachs durch den Kunden gewartet werden muss. Hier bietet eine Shopping-App also einen wichtigen Kanal zur direkten Ansprache der Nutzer. Vor allem, wenn man die tendenzielle Verschiebung zu Pull-Medien, wie Suchmaschinen, im Hinterkopf behält. Wie sieht nun aber die Nutzung dieser Möglichkeit in den getesteten Shopping-Apps aus?

Auch in diesem Bereich stellt die Studie Luft nach oben fest. Zwei Drittel der Applications holen zwar die Zustimmung zum Versand der Nachrichten ein, tatsächlich nutzt aber nur jede Fünfte diese Möglichkeit. Teradata weist an dieser Stelle auf die Wichtigkeit der richtigen Anzahl versendeter Nachrichten hin. Allerdings ist das richtige Mittelmaß zwischen zu vielen, irgendwann ignorierten, Push-Mails und dem verschenkten Potenzial zu weniger Nachrichten schwer zu treffen. Die Studie rät hierbei, den User der Shopping-App diese sehr subjektive Entscheidung treffen zu lassen. Dies hat auch einen praktischen Nebeneffekt: Kann der Kunde selbst über die Menge an Push-Mails entscheiden, stimmt er deren generellem Versand tendenziell eher zu. Immerhin muss er nun nicht zu viele unnütze Nachrichten befürchten. Weitere bedeutende Faktoren beim Einsatz von Push-Mails sind die Versand-Anlässe und die Einbindung von Call-to-Action.

Shopping-App zur Umsatzmaximierung?

Neben den drei genannten Schwerpunkten enthält die Studie weitere Auswertungen, beispielsweise zur Schaffung von Anreizen, den Einkauf online oder in einem Ladengeschäft abzuschließen. Doch auch die weiteren Zahlen bessern den Gesamteindruck kaum: Bei den größten deutschen Online-Unternehmen herrscht in Sachen Shopping-App Verbesserungspotenzial, trotz bereits gewachsener Umsätze. Der 80-prozentigen Zunahme stehen dabei aber vergleichsweise geringer Einsatz von Push-Nachrichten und Individualisierung entgegen.

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Darüber hinaus zeigt die Studie von Teradata, dass eine Application viele Variablen beinhaltet, die bei der eigenen Shopping-App berücksichtigt werden müssen. Nur so kann sich das volle Potenzial entfalten. Teilweise sollte dies schon bei der Entwicklung bedacht werden. Fällt die Wahl hier auf eine native, also auf ein Betriebssystem zugeschnittene, Anwendung, können die Eigenheiten des Smartphones zwar besser in der Shopping-App zum Einsatz kommen, allerdings erfordert ein iPhone dann eine separate Entwicklung und dadurch auch mehr Zeit und Geld.

Hilfreiche Tipps und nützliche Auswertungen versammelt die Studie, allerdings wurden hier nur die größten deutschen Online-Unternehmen betrachtet. Daher stellt sich abschließend die Frage: Lohnt sich eine Shopping-App auch für kleine und mittelgroße Onlinehändler? Und können diese ein solches Projekt überhaupt realistisch umsetzen? Diese Frage beantworten wir im kommenden Blog-Beitrag.

Steven Matz

Steven Matz

Unser Linguist in Programmiersprachen Steven Matz blickt auf 6 Jahre Erfahrung im Bereich Front-End-Entwicklung zurück. Von ihm erhaltet ihr alle Infos rund um Programmierung und Technik – fachgerecht für den Endnutzer formuliert.

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