30
Jun
0 Keine Kommentare

Der Angriff auf den Bundestag im Überblick

Im Mai dieses Jahres ging ein Schock durch Medien, Politik und Öffentlichkeit, als ein Hacker-Angriff Sicherheitslücken im System des deutschen Bundestages offenbarte. Beinahe gleichzeitig bemerkten die IT-Spezialisten des Parlaments und die Verfassungsschützer die Einspeisung eines Trojaners in das Netzwerk des Bundestages.

Über eine unbekannte Datei soll ein Trojaner in das System gelangt sein und sich sukzessive ausgebreitet haben. Schließlich sollen die Angreifer so auch an Administratoren-Rechte gelangt sein und sich Passwörter und weitere Zugriffsrechte erschlichen haben. Darunter befänden sich vermutlich viele Informationen aus der alltäglichen Regierungsarbeit. Welche Daten allerdings genau abgerufen wurden, blieb lange ungewiss. Dies führte auch zu Unmut in den Reihen der betroffenen Abgeordneten, die daraufhin die Informationspolitik der Verwaltung des Bundestages kritisierten. Erst vergangene Woche bestätigte der Bundestagssprecher Ernst Hebeker den Abfluss von E-Mail-Daten. Eine sehr konkrete Aussage, nachdem zuvor nur von einzelnen Daten-Abgängen gesprochen wurde.

Die Folgen der Attacke

Der Angriff lief vermutlich bereits mehrere Monate, bevor dieser schlussendlich erfolgreich war und bemerkt wurde. Die professionelle Vorgehensweise ließ auf eine Gruppe von Hackern schließen, wobei sogar ein ausländischer Geheimdienst vermutet wird. Eine erste Spurenverfolgung führte nach Russland. Dieser Verdacht blieb jedoch bisher unbestätigt.

Parallel zu den Aufklärungsversuchen führten die IT-Experten des Bundestages einen schwierigen Kampf gegen den hartnäckigen Trojaner. Dieser hatte sich so tief in das System gegraben, dass er zunächst nur durch ein Ausweichen auf sichere Leitungen umgangen werden konnte. Mittlerweile ist längst von einem teilweisen Austausch der Regierungs-Hardware die Rede, manche sprechen sogar vom kompletten Neuaufbau des IT-Systems – ein Vorgang der mehrere Millionen Euro und viele Monate Arbeit in Anspruch nehmen würde.

Zusätzlich wurde berichtet, dass der eingeschleuste Trojaner E-Mails mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel im Absender an die Parlamentarier versandte. Diese sollten weitere Infizierungen per schädlichem Anhang verbreiten, konnten aber leicht als Fake enttarnt werden.

Die Aufklärung des Angriffs sowie die letztendlichen Folgen sind noch ungewiss. Sicher ist jedoch das wachsende Misstrauen unter Bürgern und Parlamentariern.

Christoph Rodak

Christoph Rodak

Nach jahrelanger Erfahrung im Shopdesign gründete Christoph Rodak die Mosta Media GmbH und die Webdesign Agentur Spreepixel. Mit zwei wachen Augen auf den rasanten Alltag im E-Commerce informiert unser Geschäftsführer über Neuigkeiten und gibt Tipps zur Shop-Optimierung.

More Posts

Follow Me:
LinkedIn