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Okt
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Überraschung bei den Emmy Awards

Am 20. September 2015 wurden zum 67. Mal die jährlichen Emmy Awards in Los Angeles, Kalifornien, verliehen. Die Emmys gelten seit jeher als wichtigster amerikanischer Fernsehpreis und küren die besten Filme sowie Comedy- und Drama-Serien. So weit, so bekannt – allerdings warteten die diesjährigen Emmys mit einer kleinen Überraschung auf: Die von den Amazon Studios präsentierte Serie „Transparent“ konnte gleich fünf Trophäen abräumen, darunter auch die wichtigen Kategorien beste Regie (Jill Soloway), bester Hauptdarsteller (Jeffrey Tambor) und bester Nebendarsteller (Bradley Whitford).

Waren die Amazon Studios im vergangenen Jahr nicht mal mit einer Nominierung bedacht worden, konnten sie nun sogar einen Emmy mehr abräumen als der direkte Konkurrent Netflix. Sicher: Die Erfolge der Streaming-Dienste wirken gegen die 43 Trophäen des langjährigen Produktionsriesen HBO (u. a. „Game of Thrones“) zwar sehr klein, allerdings wird nun die frühe Trendwende vermutet: Eigenproduktionen der Streaming-Dienste als Konkurrenten zu eingespielten Hollywood-Größen.

Geheimrezept der Streaming-Dienste?

Vor allem die hohe Geschwindigkeit, mit der die Amazon Studios den Eintritt in die kritisch-anerkannte Branche schafften, ist bemerkenswert. Längst gilt Konkurrent Netflix in Sachen Streaming-Dienst, dank Hits wie „House of Cards“ mit Kevin Spacey oder der Frauen-Gefängnis-Serie „Orange Is The New Black“, als Pionier in Sachen Online-Produktion und Vertrieb. Durch eine Investition von 1,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2014 scheinen die Amazon Studios nun auf dem Vormarsch zu sein.

Eine Zutat des Erfolges kann in der basisdemokratischen Struktur der Produktionsfirma gesehen werden: So bieten die Amazon Studios auf ihrer Homepage das Einreichen von Drehbuch-Ideen an. Daraufhin produzierte Pilotfolgen werden durch das Publikum bewertet und anschließend fortgeführt oder fallen gelassen. Durch dieses Prinzip erhalten auch Randthemen, wie die von Transsexualität handelnde Serie „Transparent“, eine Chance beim kritischen Zuschauer – und erweisen sich ggf. später auch als Erfolg bei den Kritikern.

Natürlich spielen sowohl Amazon als auch Netflix die Vorteile der Online-Distribution und die damit einhergehende Veränderung der Sehgewohnheiten in die Hände: Statt jede Woche nur eine Folge anzubieten, genießen Fans die direkte Veröffentlichung ganzer Staffeln. Die einzelnen Folgen können dann geschaut werden, wann immer man will. Die Zeiten geduldiger Fans und wöchentlicher Rituale mit der Lieblingsserie vor dem heimischen Fernseher scheinen längst vergessen.

Christoph Rodak

Christoph Rodak

Nach jahrelanger Erfahrung im Shopdesign gründete Christoph Rodak die Mosta Media GmbH und die Webdesign Agentur Spreepixel. Mit zwei wachen Augen auf den rasanten Alltag im E-Commerce informiert unser Geschäftsführer über Neuigkeiten und gibt Tipps zur Shop-Optimierung.

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