21
Jul
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Welche Datenlecks waren die berühmtesten?

Platz 5

Ein Kofferwort aus dem umgangssprachlichen Begriff „fap“ (dt. masturbieren) und dem Wort „happening” (dt: Ereignis) schaffte es 2014 zum viralen Groß-Ereignis. „The Fappening“ war die spöttische Betitelung der Internet-Gemeinde für die Veröffentlichung zahlreicher privater Nacktbilder vor allem weiblicher Prominenter und Hollywood-Größen, zum Beispiel der Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence.

Die Bilder entstammten der Apple-Plattform iCloud und waren durch Hacker an die Öffentlichkeit gebracht worden. Einige Tage lang tauchten fast stündlich neue Meldungen mit bekannten Namen auf, deren persönliche Fotos nun schlagartig für jeden frei einsehbar waren. Promi-Bonus und pikanter Inhalt sorgten für einen Skandal, der nicht nur eine Debatte zum Thema Datenschutz, sondern auch zum Sexismus nach sich zog.

 

Platz 4

2006 veröffentlichte die Suchmaschine AOL versehentlich 20 Millionen Suchbegriffe von insgesamt rund 650.000 Nutzern. Eigentlich hätten diese nur internen Mitarbeitern zu Forschungszwecken zugänglich gemacht werden sollen, stattdessen war die Datei für jeden frei zugänglich. Als der Irrtum schließlich bemerkt wurde, war es jedoch zu spät: Die Datensätze hatten sich längst im Internet verbreitet.

Besonders problematisch war die Zusammenstellung der Informationen, da diese Rückschlüsse auf die Identitäten der User zuließen. Dies wurde in einem Experiment durch die New York Times bewiesen, die einige der Privatpersonen zweifelsfrei identifizieren konnten.

Infolge des Versehens musste die Chefin der Technologie-Abteilung das Unternehmen AOL verlassen.

 

Platz 3

Ein Datenleck bei der Schweizer Tochter des Bankhauses HSBC enthüllte Anfang 2015 zahlreiche Namen dortiger Anleger. Der Clou: Es handelte sich um Schwarzgeld-Konten in Milliarden-Höhe. Zudem wurde die Beteiligung der Bankmitarbeiter am gezielten Verstecken des Geldes nachgewiesen. Neben einigen prominenten Regierungsmitgliedern, wie zum Beispiel Ägyptens Ex-Präsident Husni Mubarak, fanden sich auch Verbindungen zum organisierten Verbrechen wie dem Handel mit Waffen.

Als Quelle der Informationen konnte der ehemalige Mitarbeiter der Bank Hervé Falciani enttarnt werden. Französische Fahnder fanden die belastenden Dokumente bei ihm und reichten diese gleich an zuständige Behörden weiter. Durch die Namensliste konnten Regierungen in kürzester Zeit über eine Milliarde Euro unterschlagenes Steuergeld eintreiben. Falciani selbst wurde von der Schweizer Staatsanwaltschaft wegen Datendiebstahls angeklagt.

 

Platz 2

Die Veröffentlichung von Nachrichten US-amerikanischer Botschaften sorgte Ende 2010 für mediales Aufsehen: Über 250.000 interne Berichte gelangten durch einen Informanten an die Online-Plattform WikiLeaks. Nachdem die Daten zunächst nur an einige große Nachrichten-Redaktionen verteilt wurden, gerieten alle abgefangenen Berichte nach und nach unverändert und frei zugänglich ins Internet.

Inhalt waren vor allem interne Gedanken US-amerikanischer Funktionäre zu den Themen Terrorismus-Bekämpfung, nukleare Abrüstung und Spionage-Abwehr. Allerdings enthielten die Berichte auch eine private Note: Zahlreiche persönliche Kommentare zu den Regierungsmitgliedern anderer Länder wurden ebenfalls bekannt. Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde so zum Beispiel mit dem unschmeichelhaften Beinamen „Teflon“ bedacht, da an ihr alles abperle wie an einer teflonbeschichteten Bratpfanne.

 

Platz 1

Datenschutz-Skandal

Foto: Laura Poitras / Praxis Films (1)

Sein Bild ging 2014 gleich mehrfach um die Welt: Der ehemalige Mitarbeiter der NSA Edward Snowden enthüllte 2014 den größten Späh-Skandal in der Geschichte der westlichen Industrienationen. Inhalt der Enthüllung war die massenhafte, standardisierte Überwachung US-amerikanischer Bürger durch deren eigene Regierung. Später wurde bekannt, dass auch zahlreiche andere Regierungen durch die USA abgehört wurden. Der Whistleblower lieferte aus internen Kreisen diverse Beweise und benannte die zur Ausspähung verwendeten Computerprogramme.

Für ihn selbst begann damit eine fragliche Zukunft im ständigen Asyl. In sein Heimatland konnte er aufgrund einer Anklage wegen Spionage nicht zurückkehren. Momentan lebt er an einem unbekannten Ort in Russland.

Die Welle des Misstrauens gegenüber den Themen Datenschutz und staatlicher Überwachung ebbt seitdem nicht mehr ab. Derzeit befasst sich ein Untersuchungsausschuss der deutschen Regierung mit dem Thema NSA. Eventuelle Zeugenbefragungen und der Ausgang sind noch ungewiss.

 

(1) Bildnachweis: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Edward_Snowden-2.jpg

Steven Matz

Steven Matz

Unser Linguist in Programmiersprachen Steven Matz blickt auf 6 Jahre Erfahrung im Bereich Front-End-Entwicklung zurück. Von ihm erhaltet ihr alle Infos rund um Programmierung und Technik – fachgerecht für den Endnutzer formuliert.

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