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Sep
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In welchem Land wurden die meisten Sperrungen gefordert?

Halbjährlich veröffentlicht Twitter einen Report über eingegangene staatliche Anfragen, die die Beseitigung von Inhalten auf dem Kurznachrichtendienst einfordern. Nun liegt die Auswertung dieser Removal Requests (dt. Anfragen zur Sperrung) im sogenannten Transparancy Report für das 1. Halbjahr 2015 vor.

Die an Twitter gestellten Anfragen kommen aus zwei Instanzen: aus den Gerichten oder staatlichen Behörden der jeweiligen Länder. In der Regel geschieht dies, um die entsprechende Gesetzgebung in dem Land durchzusetzen – pauschal von staatlicher Zensur zu sprechen ist also falsch. Das von Twitter selbst angeführte Beispiel Deutschland verdeutlicht dies:

Im ersten Halbjahr 2015 kamen aus Deutschland 14 Anfragen zur Sperrung von Inhalten. Zwei davon wurden von Gerichten getätigt, in denen es nach Angabe von Twitter um Diffamierung ging – also die Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Die restlichen zwölf Anfragen geschahen durch den Jugendschutz aufgrund diskriminierender Inhalte oder verbotener Symbole. Vor allem bei letzterem geht es also primär um die Durchsetzung eines gesetzlich geregelten Verbots. Zwölf der Insgesamt 14 Anfragen führten im Falle Deutschlands zu einer Sperrung des Inhalts.

Am Fallbeispiel Pakistan gestaltet sich die Lage dabei schon etwas anders: Hier berichtet Twitter von sechs Anfragen durch das Pakistanische Amt für Telekommunikation, das die Begrenzung der Redefreiheit über territoriale Konflikte Pakistans eingrenzen wollte. Alle sechs Anfragen wurden durch Twitter abgelehnt.

Im Vergleich zum letzten Halbjahr des Vorjahres ist die Anzahl derartiger Removal Requests übrigens angestiegen. Von Juli bis Dezember 2014 hatte es insgesamt 796 Anfragen gegeben, also 207 weniger als im 1. Halbjahr 2015.

Von den 1003 Anfragen der ersten sechs Monate dieses Jahres wurden übrigens 42 % befolgt, woraufhin der Content in dem anfragenden Land gesperrt wurde. Beim Staat mit den meisten Anfragen, der Türkei, wurden gem. Twitter 34 % der beanstandeten Inhalte gesperrt.

Christoph Rodak

Christoph Rodak

Nach jahrelanger Erfahrung im Shopdesign gründete Christoph Rodak die Mosta Media GmbH und die Webdesign Agentur Spreepixel. Mit zwei wachen Augen auf den rasanten Alltag im E-Commerce informiert unser Geschäftsführer über Neuigkeiten und gibt Tipps zur Shop-Optimierung.

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