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Mai
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Vor Kurzem noch tourte der Rockstar unter den Online-Shop-Softwares mit dem Titel „Shopware – Episode 5“ durch deutsche Kinos, nun ist er bereits eine Weile auf dem Markt. Lang genug, damit ich schon etwas Erfahrung im Alltag mit der neuesten Version sammeln konnte. Klar, dass ich meine ersten Eindrücke mit euch teilen möchte. Daher folgt nun meine persönliche Liste der 5 wichtigsten Neuerungen von Shopware 5.

1. Responsive Design – Shopware 5 macht’s mobil

Der Slogan „Emotional Shopping on any Device“ legt mit den letzten drei Wörtern einen deutlichen Fokus, der von Shopware 5 auch eingelöst wird. Und das nicht zu spät – ist es doch nicht lange her, dass Google ankündigte, Seiten mit guter Kompatibilität für mobile Endgeräte höher zu ranken. Wir hatten im Beitrag Mobile-Friendly-Update bereits darüber berichtet. Unter der Vorgängerversion war die Optimierung für Tablet und Smartphone nur auf Umwegen möglich, da die eigentliche Struktur von Shopware 5 nicht verändert werden konnte. Individuelle Lösungen von spezialisierten Anbietern nutzten meist Child-Themes (untergeordnetes Theme), die unter anderem die Anpassung auf kleinere Bildschirme erlaubte.

Shopware 5 beendet die Angewiesenheit auf Improvisationen dieser Art und entzieht deren Herstellern die Existenzgrundlage. In Shopware 5 gehört das Responsive Design nämlich zu den standardisierten Bordmitteln, wodurch jeder Shop auch unterwegs eine gute Figur macht. Neben der angepassten Darstellung überzeugen auch authentische Reaktionszeiten beim Sliden und die Verlagerung von Bedienelementen in den Off-Canvas-Bereich, also in ein separat auftauchendes Menü. So macht einkaufen auch unterwegs richtig Spaß!

2. Neue Einkaufswelten – Emotionales Shoppen durch Storytelling

Die zweite spannende Neuerung von Shopware 5 findet sich ebenfalls im Motto, dieses Mal aber in den ersten zwei Worten: „Emotional Shopping“. Voll von Gefühlen und Eindrücken sind nämlich die neuen Einkaufswelten. Diese waren bereits in Shopware 4 enthalten, sind nun aber verbessert worden. Herausgekommen ist ein mächtiges Tool zur Inszenierung von Produkten, das nicht nur bestehende Wünsche erfüllen, sondern vor allem neue wecken soll.

Hierzu dient auch das neue Feature des Storytelling in Shopware 5, welches die Kunden auf eine emotionale Reise mitnehmen will. Entdeckt der User auf seinem Weg ein für ihn relevantes Produkt, betrachtet und merkt er es sich in der separaten Quickview und springt anschließend in die Erzählung zurück. Besonders schön ist hier, dass sich Geschichten dieser Art in einem einfachen Drag-and-Drop-Menü auch ohne Programmierkenntnisse erstellen lassen. So scheitern gute Ideen nicht an der technischen Umsetzung, sondern höchstens am Preis: Das Storytelling-Feature ist nämlich nur in der kostenpflichtigen Version von Shopware 5 enthalten.

3. Verbesserte Usability – Macht mehr aus den Produkten

Dass in Shopware 5 konsequent an den Nutzer gedacht wurde, beweisen einige nun endlich vorinstallierte Features. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Multi-Selection: Wollte man bisher bei einem Textilhändler im Filter „Größe“ sowohl nach M als auch L suchen, ging dies nur mittels einer speziellen Software-Lösung.

Ähnliches galt auch für die Darstellung der Produkte im Vollbild. Beide Funktionen sind nun ganz selbstverständlich in Shopware 5 integriert. Ist der entsprechende Artikel durch die vereinfachte Suche erst gefunden, lässt sich so bis auf die Naht heranzoomen. Es sollte also unbedingt an entsprechend hochauflösende Bilder gedacht werden!

4. Suchmaschinenoptimierung – Wer suchet, der findet

Bei genauerer Betrachtung stellt sich Shopware 5 auch als Traum von Marketing-Managern im Bereich Suchmaschinenoptimierung heraus.

So wurde die Funktion des Infinite Scrolling angepasst. Dabei handelt es sich um eine Darstellungsweise, in der Artikel beim Runterscrollen automatisch nachgeladen werden, statt sie auf mehrere einzelne Seiten aufzuteilen. Dies war für den Webcrawler bisher problematisch, da dieser zwar Links folgen, aber nicht scrollen konnte. In Shopware 5 ist die Seitennummerierung im Quellcode auch bei der Anzeige-Art infinite scrolling aktiviert – so klappt’s auch mit dem Crawler, da dieser jetzt alle Artikelseiten findet.

Sollen doch einzelne Produktseiten im Shop dargestellt werden, wurde in Shopware 5 auch hier mitgedacht: Bisher verwies der Canonical Tag vorsichtshalber auf Seite 1, um die Übermittlung von negativem Duplicate Content an die Suchmaschinen zu verhindern, wodurch die Folgeseiten jedoch nicht mehr in die Suchergebnisse einflossen. In Shopware 5 sind nummerierte Seiten nun standardmäßig mit den Attributen rel=“prev“ und rel=“next“ versehen, die den Webcrawler informieren, dass es sich um Folgeseiten handelt. So werden diese ebenfalls erfasst und ausgewertet, jedoch nicht als Duplicate Content gezählt. – Eine Lösung, die Google selbst empfiehlt.

5. Einfaches Back-End – Technik, die begeistert

Zum Schluss noch ein Punkt, der mir als Programmierer besonders am Herzen liegt. Auch hinter den Kulissen lässt sich Shopware 5 einfacher bedienen. Hier sind vor allem die überfälligen Aktualisierungen der Programmiergerüste (Frameworks) und Bibliotheken zu benennen. So verbessert sich auch die Performance von Shopware 5, wodurch auch große Produktsortimente zuverlässig dargestellt werden.

Wer damit nichts am Hut hat, freut sich ebenfalls: Viele Elemente wie der Theme-Manager oder das bereits erwähnte Storytelling lassen sich auch durch intuitive Menüs fernab von Programmiersprachen bedienen.

Fazit: Kreativität statt Technik

Shopware 4 offenbarte nach und nach viele technische Probleme, die bisher nur durch Umwege lösbar waren. Shopware 5 setzt hier erfolgreich an und erleichtert die Arbeit mit standardmäßig enthaltenen Lösungen. Zudem liefert die neue Version durch verbesserte Einkaufswelten und Storytelling praktische Werkzeuge zur Schaffung neuer Erlebnisse für Kunden. Statt technische Probleme durch umständliche Mittel zu beheben, ist somit mehr Freiraum für Kreativität geschaffen worden.
Erst mit der Zeit wird sich zeigen, ob die neuen Möglichkeiten der Darstellung in Shopware 5 auch konsequent genutzt werden. Es können zwar leicht neue Einkaufswelten generiert werden, allerdings sind dafür gute Ideen genauso notwendig wie hochauflösende Bilder und moderne Design-Ansätze.

Natürlich ist ein Update auf Shopware 5 empfehlenswert. Wer bisher erfolgreich mit Shopware 4 gearbeitet hat, sollte aber unbedingt die Kompatibilität seiner Plugins vor der Migration überprüfen, da sonst unerwartete Probleme auftreten können.
Denkt man bereits über den Umstieg nach, lohnt es sich wie immer, den Spreepixel-Blog im Auge zu behalten. Bald erfahrt ihr hier mehr zu dem Thema!

Steven Matz

Steven Matz

Unser Linguist in Programmiersprachen Steven Matz blickt auf 6 Jahre Erfahrung im Bereich Front-End-Entwicklung zurück. Von ihm erhaltet ihr alle Infos rund um Programmierung und Technik – fachgerecht für den Endnutzer formuliert.

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